|
als Datei download
(pdf-Datei)
|
Outsourcing-Projekten mit Supply Chain Collaboration
Die
Fa. Neuhaus
begleitet ihre Kunden bei wichtigen
Outsourcing-Projekten.
Die wegweisenden Entscheidungen und damit verbunden die Basis für
Outsourcing-Projekte werden bereits vor Projektstart getroffen.
Outsourcing-Projekte haben langfristigen Entscheidungscharakter. Ziel muss
es sein, die Kernkompetenz des Unternehmens langfristig zu stärken. Wie
bei jedem Projekt sind mit solchen Maßnahmen erhebliche Risiken und
Chancen verbunden. Um eine geeignete strategische Entscheidung treffen zu
können, ist es wichtig die Risiken transparent und kalkulierbar zu machen.
Risiken
• Abhängigkeit vom Externen
• Verlust von eigener Kompetenz und Know how
• Verlust von Wettbewerbsvorteilen
• Eingeschränkte Entscheidungsfreiheit
Den Risiken sind die wichtigsten Chancen gegenüberzustellen. Beispielhaft
sind folgende
Chancen
zu nennen:
• Stärkung der Kernkompetenz
• Fixkosten und damit verbunden die Risiken des Unternehmens sinken
• Kostenvorteile durch Skaleneffekte bei Dritten
• Qualitätsverbesserung
• Varibilisierung der Fixkosten
• Nutzung externen Know hows
• Lohnkostenvorteile des externen Anbieters nutzen
Die Chancen und Risiken sind unternehmsindividuell und branchenspezifisch
unterschiedlich ausgeprägt.
Projektplanung
Um das Outsourcing-Projekte erfolgreich umsetzen zu können, ist eine
detaillierte Projektplanung unerlässlich. Frühzeitig müssen die
wichtigsten Ansprechpartner benannt werden und damit verbunden auch die
Ressourcen der betroffenen Mitarbeiter freigegeben werden. Damit eine
dazugehörige Entscheidungskompetenz im Projektablauf zu gewährleistet ist,
muss ein Lenkungsausschuss gebildet werden. Die Vorgehensweise wird in
neun Phasen gegliedert:
1. Kernkompetenz festlegen
2. Analyse der Produkte / Dienstleistungen
3. Marktanalyse / Businessplan
4. Ausschreibungsvorbereitung
5. Bietervorauswahl
6. Erstellung der Ausschreibungsunterlagen
7. Angebotsauswertung
8. Bieterverhandlung
9. Realisierung
Wichtig für das Unternehmen, welches ein erfolgreiches Outsourcing
betreiben will, ist eine genaue Definition der Ziele und eine klare
Kommunikation mit den betroffenen Mitarbeitern.
Kernkompetenz festlegen
Die primäre Zielsetzung von Outsourcing-Projekten ist es die eigene
Kernkompetenz zu stärken. Dabei ist es wichtig die Randaktivitäten von der
Kernkompetenz klar abzugrenzen und diese entsprechend auszugliedern.
Besondere Beachtung benötigen die zukünftigen Schnittstellen. Ein
hilfreiches Instrument ist hierbei das Supply Chain Collaboration (SCC).
SCC Lösungen tragen dazu bei, die durch Outsourcing entstandenen Defizite
an Transparenz und Abstimmung im Prozessablauf zu kompensieren und damit
die Integration und Synchronisierung der Prozesse zu verbessern.
Analyse der Produkte / Dienstleistungen
Sobald die Randaktivitäten definiert worden sind, werden sie einer
genaueren Analyse unterzogen. Hierbei müssen sog. Produkte oder
Dienstleistungen definiert werden. Wichtig, da diese später die Basis für
Mengengerüste und in der Ausschreibung ein wichtiger Bestandteil sein
werden. In der Regel wird hier auf vorhandene Daten aus der Organisation,
Kostenrechnung (vs. Profit-Center-Rechnung) oder Stellenbeschreibungen
zurückgegriffen.
Die Produkte und Dienstleistungen umfassen auch die Schnittstellen zu
anderen (Fach)Bereichen oder anderen Unternehmen. Mit Abschluss dieser
ersten Phase wird die Grundlage für die Vergütungssystematik festgelegt.
Marktanalyse / Businessplan
Das Ergebnis der Teilphasen Produkte und Dienstleistungen bildet die
Grundlage für den Businessplan und die Marktanalyse. Diese Phase zeigt in
einem frühen Stadium der Umsetzung eventuelle Schwächen und Stärken des
Outsourcing-Projektes. Mit einer Marktanalyse werden potentielle
Dienstleister lokalisiert. Eventuell kann auch die Vergabe von
Teildienstleistungen an verschiedene Anbieter diskutiert werden. Ein
Vorteil wäre eine geringere Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter. Die
Aufteilung auf mehrere Dienstleister sollte organisatorisch trennbar sein
und spezifisch anhand der Leistungen oder standortspezifisch erfolgen.
Synergieeffekte können jedoch durch diese Vorgehensweise verloren gehen.
Ausschreibungsvorbereitung
Anhand eines Lastenheftes sind die Ausschreibungen zu erstellen. Auf der
Basis von Planungsunterlagen und detaillierten Leistungsbeschreibungen
werden die zukünftigen Anforderungen an den externen Dienstleister
definiert. Grundlage sind hierbei die Ist-Mengenströme und sich noch
ergebende Leistungsänderungen. Ein nicht zu unterschätzenden Faktor ist
hierbei der juristische Aspekt und die Vergütung der zukünftigen
Leistungen. Nachhaltige Flexibilitäts- und Kostenverbesserungen sind nur
bei frühzeitiger Entwicklung einer intelligenten Vergütungssystematik zu
erreichen. Wird diese versäumt, so verlangt man auf beiden Seiten in der
Regel eine Vergütung mit möglichst hoher Abdeckung. Da auf beiden Seiten
eine WIN-WIN Situation erreicht werden muss, ist die Vergütung in einen
fixen und variablen Bestandteil zu gliedern.
Zusätzlich spielt die rechtliche Komponente eine große Rolle. Durch die
Vertragsgestaltung können das Risiko und die damit verbundenen
wirtschaftlichen Spätfolgen extrem beeinflusst werden.
Bietervorauswahl
Die Auswahl eines Dienstleisters steht in dieser Phase im Fokus. Die
Grundlagen hierzu wurden bereits in der Phase Marktanalyse/Businessplan
gelegt. In dieser Phase werden detailliert die Auswahlkriterien definiert
und niedergeschrieben. Mit der erstellten Marktanalyse lassen sich schnell
und transparent die potentiellen Anbieter finden. Bei der Auswahl sind
zwei unterschiedliche Verfahren anzusetzen.
1) Auswahlkriterien anhand des Pflichtenheftes (Matrixverfahren)
2) Stärken und Schwächenanalyse der ausgewählten Anbieter
Erstellung der Ausschreibungsunterlagen
Der Umfang der Ausschreibungsunterlagen hängt von der Größe des Projektes
ab. Neben den allgemeinen Rahmenbedingungen umfasst es das Lastenheft, den
Organisationsablauf der Ausschreibung, betriebswirtschaftliche Parameter,
vertragliche Rahmenbedingungen und die Anerkennungserklärung des
Dienstleisters.
Dem Dienstleister müssen erkenntlich und in detaillierter Form die zu
erbringenden Dienstleistungen bzw. die Produkte beschrieben werden. Bei
fehlender Beschreibung werden Dienstleistungen oder Produkte angeboten,
die aber seitens des Auftraggebers nicht in dieser Form erwünscht werden.
Gespräche mit dem Dienstleister im Vorfeld können ein wirksames
Instrumentarium sein.
Wichtige Anforderung ist eine offene Kalkulation – also die Darstellung
des Angebots. Neben der offenen Kalkulation, sind die zugrunde liegenden
Prämissen, die Offenlegung von Implementierungskosten, der separate
Ausweis von Zuschlägen wie Gemeinkosten – Overhead und Margen weitere
wichtige Merkmale. Gerade in der Automobilindustrie werden aufgrund der
starken Mengenschwankungen Preise in einer definierten Spannweite in
Abhängigkeit der bewegten Menge (Ladungsträger) abgefragt. Bei der
Gestaltung der Preisblankette sollten natürlich die Überlegungen zum
bereits erwähnten Vergütungssystem einfließen.
Vertragslaufzeiten, Kündigungsfristen, Haftungsfragen und
Zahlungsmodalitäten gehören zum Thema „Vertragliche Rahmenbedingung“.
Des Weiteren ist entscheidend, welche Unterlagen der Anbieter noch zu
liefern hat.
Um sich ein Gesamtbild von den Anbietern machen zu können, sollten
folgende Unterlagen Bestandteil der Ausschreibungsunterlagen sein:
• Unternehmenspräsentation
• Kundenreferenzen mit Bezug auf die anzubietenden Dienstleistungen/
Produkte
• Nachweis über vorhandene Zertifizierungen
• Beschreibung des Konzeptes
• Beschreibung der eingesetzten Techniken, Know how
• Implementierungsplan
• Preisblankette und Kalkulation
• Versicherungskonzept
• Unterzeichnete Anerkennungserklärung
• .....
Angebotsauswertung
Nach Erhalt der Unterlagen erfolgt die Auswertung. Entscheidungsgrundlage
sind die vorhandenen Strukturen und Prozesse. Wichtig ist es, die
betroffenen Verantwortlichen oder auch Mitarbeiter in den Prozess zu
integrieren. Hier können wichtige operative Informationen mit einfließen.
Je nach Größe und Umfang des Projektes sollten die Anbieter eine
Präsentation ihres Konzeptes ermöglichen. Hier haben beide Seiten die
Möglichkeit alle wichtigen Fragen zu stellen.
Bieterverhandlung
Bieterverhandlung
Anhand der Auswertung der Angebote werden die Anbieter mit der geringsten
Qualifizierung ausselektiert. Mit den restlichen Anbietern werden weiter
Gesprächs- und detaillierte Präsentationsrunden vereinbart. Die
Präsentationen haben in dieser Phase eher Tagungscharakter, wobei
detailliert die wichtigsten Fragen und Begriffsdefinitionen geklärt werden
müssen. Zusätzlich müssen den Anbietern auch die Projektziele präsentiert
werden.
Die Gesprächsrunden werden in der Regel 2- bis 4-mal wiederholt. Mit jeder
zusätzlichen Runde reduziert sich die Anzahl der Anbieter. In diesen
Bieterrunden werden Notfallkonzepte überprüft, Schwachstellen diskutiert
und Prozessverständnis geklärt. Erfüllt ein Dienstleister die qualitativen
und quantitativen Auswahlkriterien und werden die Zielkosten der internen-
oder einer Benchmark-Kalkulation erreicht oder sogar unterschritten, so
kann – mit Zustimmung des Lenkungsausschusses, Geschäftsführung sowie des
Betriebsrates – ein Letter of Intent (Absichtserklärung) unterzeichnet
werden.
Realisierung
Mit Abschluß des Bieterverfahrens und damit verbunden der Wahl des
Anbieters sind die internen und externen Prozesse – welche sich mit der
Realisierung beschäftigen – voranzutreiben. Wichtig ist es, die Vorgaben
aus dem Supply Chain Collaboration einfließen zu lassen. D.h., der
gewählte Partner ist in einem frühen Stadium des Workflowprozesses mit
einzubeziehen. Dies bedeutet für allen Beteiligten und eine bessere
Visualisierung der Abläufe und eine verbesserte Ressourcenauslastung
seitens des Anbieters.
|